Thai Ridgeback

Ich persönlich als Thai Ridgeback Besitzer finde es sehr schwer, den Thai zu beschreiben, habe ich doch schon so viele unterschiedliche Typen kennen gelernt. So ist es am besten, einfach mal einen Thai kennen zu lernen mit all seinen Facetten, um ihn zu verstehen. Leider gibt es über den Thai Ridgeback im Deutschen kaum Literatur, und auch in den Rassenlexika ist meist nicht mehr als eine grobe Beschreibung drin. Aber lasst es mich mal probieren:
Als Hund vom Urtyp ist der Thai Ridgeback eine sehr eigenwillige Rasse. Sein Verhalten ist noch nicht über Jahre dem Menschen angepasst, wie bei anderen Hunderassen. Er besitzt noch viele Überlebensinstinkte für die thailändische Wildnis.
Ein ausgeprägter Jagdtrieb wohnt diesem Hund inne und kann zur Folge haben, dass man vielleicht nie ohne Leine mit ihm durch den Wald laufen kann. Jedoch besteht die Möglichkeit, den Hund durch gezieltes Training in die richtige Richtung zu lenken.
Auch gibt es grosse Unterschiede zwischen Rüden und Hündinnen.
Ich habe die meisten Rüden als sehr dominante Tiere erlebt, die stets wachsam und neugierig sind. Die Hündinnen hingegen sind eher vorsichtig, scheu und sehr sensibel.
Es sind beim Lernen oft sehr aufmerksame Hunde, welche sich Neues schnell einprägen. Sie können andererseits auch so stur sein, dass sie jedem Esel Konkurrenz machen.
Alle Thais reagieren empfindlich auf Druck. Daher ist eine Erziehung, wie sie viele Hundehalter kennen gelernt haben, schon im Voraus zum Scheitern verurteilt. Den perfekten Menschen für einen Thai zu finden ist daher schwierig und ich beziehe mich jetzt absichtlich auf den Menschen und nicht umgekehrt.
Wenn der Thai jedoch Vertrauen zu seinem Besitzer gefasst hat, ist er ein sehr souveräner und treuer Begleiter. Fremden gegenüber sind viele misstrauisch, doch Freunden und Bekannten gegenüber sind sie oft sehr freundlich und aufmerksam.
Der Thai ist im Haus meist ein sehr angenehmer ruhiger Hund, braucht aber als Ausgleich sehr viel Beschäftigung und Bewegung. Als Arbeitstier würde ich ihn nicht beschreiben. Er ist aber für den Hundesport nicht gänzlich ungeeignet. Er ist nicht gerne alleine und braucht viel Aufmerksamkeit. So kenne ich von uns und auch von Bekannten genug Bilder von zerrupften Hundekissen, ausgeräumten Abfalleimern bis hin zu in Fetzen gerissenen Sofas. Ich würde den Thai auch nicht zwingend als Familienhund zu kleinen Kindern empfehlen.

Der Thai Ridgeback hat seine Sonnen- und Schattenseiten und stellt jederzeit und immer wieder eine Herausforderung für seinen Besitzer dar. Aber ist es nicht das, was das Leben mit einem Hund erst interessant macht?

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